{"id":3211,"date":"2022-01-07T22:14:26","date_gmt":"2022-01-07T21:14:26","guid":{"rendered":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/?p=3211"},"modified":"2022-01-07T22:14:30","modified_gmt":"2022-01-07T21:14:30","slug":"kriminalisierung-von-seenotrettung-im-dienst-der-toedlichen-migrationsabwehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/it\/2022\/01\/07\/kriminalisierung-von-seenotrettung-im-dienst-der-toedlichen-migrationsabwehr\/","title":{"rendered":"Kriminalisierung von Seenotrettung im Dienst der t\u00f6dlichen Migrationsabwehr"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-group af-article-head\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Kriminalisierung von Seenotrettung im Dienst der t\u00f6dlichen Migrationsabwehr<\/h1>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-group af-article-body af-links--soft\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\">\n<div class=\"wp-block-group af-article-body__meta\"><div class=\"wp-block-group__inner-container is-layout-flow wp-block-group-is-layout-flow\"><div class=\"wp-block-post-date\"><time datetime=\"2022-01-07T22:14:26+01:00\">7. Gennaio 2022<\/time><\/div>\n\n\n<p>Vom NoFrontex-Referendumskomitee. Eine Stellungnahme zum Artikel in der Sonntagszeitung vom 3.1.2021: <a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wenn-seenotretter-mit-schleppern-kooperieren-881853315052\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Wenn Seenotretter mit Schleppern kooperieren<\/a><\/p>\n<\/div><\/div>\n\n\n\n<p>Am 3. Januar erschien in der Sonntagszeitung ein <a href=\"https:\/\/www.tagesanzeiger.ch\/wenn-seenotretter-mit-schleppern-kooperieren-881853315052\">Artikel von Kurt Pelda und Ayoub Al Madani \u00fcber die vermeintliche Kooperation von zivilen Seenotrettungsschiffen mit Schleppern im zentralen Mittelmeer<\/a>. Die wahren Verbrecher:innen lassen der zuk\u00fcnftige Weltwoche-Schreiberling und sein Co-Autor g\u00e4nzlich unerw\u00e4hnt: die EU und ihre Migrationspolitik.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn es ist die systematische Abschottung der EU, die das Mittelmeer zum Massengrab und Libyen f\u00fcr Migrant:innen zum Gef\u00e4ngnis machen, nicht die Arbeit der zivilen Seenotrettungsmissionen. Es ist die systematische Zusammenarbeit mit den Milizen der sogenannten libyschen K\u00fcstenwache, die immer wieder zu vermeidbaren Schiffsungl\u00fccken mit hunderten Toten f\u00fchrt und <a href=\"https:\/\/twitter.com\/IOM_Libya\/status\/1478370201385283590\">alleine im Jahr 2021 laut offiziellen Zahlen 32\u2019425 Menschen gewaltsam zur\u00fcck nach Libyen gebracht hat<\/a>. Zur\u00fcck zu Gef\u00e4ngnis, Menschenhandel und systematischer Misshandlung. Das blenden Pelda und Al Madani aus, um mit fast 13\u2019000 Zeichen gegen Seenotrettungsorganisationen zu hetzen und diesen Zusammenarbeit mit Schleppernetzwerken anzudichten. Ein Schelm, wer dahinter rechtspopulistische Motive vermutet? Wohl kaum!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Irref\u00fchrende Einleitung<\/h2>\n\n\n\n<p>Bereits der Titel \u00abMenschenhandel im Mittelmeer \u2013 Wenn Seenotretter mit Schleppern kooperieren\u00bb ist irref\u00fchrend. Denn er suggeriert\u00a0ohne aussagekr\u00e4ftige Beweislage, dass Seenotretter:innen systematisch mit Schlepperbanden kooperieren. Doch wie sich herrausstellt, ist dieses Narrativ ungefiltert von der\u00a0italienischen Justiz \u00fcbernommen worden \u2013 die beschuldigten Seenotrettungsorganisationen widersprechen dieser Darstellung klar. Auch die reisserische Behauptung, dass trotz der vielen Todesf\u00e4lle im Mittelmeer Hilfsorganisationen \u00abmit Menschenh\u00e4ndlern zusammenzuarbeiten\u00bb,\u00a0entspricht nicht der Wahrheit und verdreht die Tatsachen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die t\u00f6dliche EU-Migrationspolitik<\/h2>\n\n\n\n<p>Es ist die t\u00f6tliche Politik der EU, die Hilfsorganisationen erst n\u00f6tig macht und den Markt f\u00fcr Schlepperei erst schafft. \u200b\u200b\u200bDenn<a href=\"https:\/\/www.amnesty.org\/en\/latest\/news\/2014\/10\/italy-ending-mare-nostrum-search-and-rescue-operation-would-put-lives-risk\/\">&nbsp;die einzige offizielle Seenotrettungsmission Mare Nostrum<\/a>&nbsp;wurde eingestellt, w\u00e4hrend gleichzeitig die \u00dcberwachung des Luftraums stetig ausgebaut wurde. Gleichzeitig <a href=\"https:\/\/www.statewatch.org\/news\/2021\/march\/libya-key-to-eu-plan-to-build-a-big-wall-against-migration-says-new-report\/\">baute die EU<\/a>&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.hrw.org\/sites\/default\/files\/supporting_resources\/joint_statement_eu_financial_responsibility.pdf\">die sogenannte libysche K\u00fcstenwache<\/a> auf. Diese ist <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/global-development\/2020\/oct\/16\/senior-libyan-coastguard-commander-arrested-for-alleged-human-trafficking\">verstrickt in Menschenhandel<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.woz.ch\/-c0e2\">betreibt menschenunw\u00fcrdige&nbsp;Camps<\/a>, f\u00fchrt Migrant:innen gewaltsam zur\u00fcck und ist oft nicht zu erreichen, wenn Boote in Seenot geraten.&nbsp;Dann schauen europ\u00e4ische Staaten zu, wie Boote vor ihren Augen ertrinken \u2013 <a href=\"https:\/\/alarmphone.org\/en\/2021\/04\/22\/coordinating-a-maritime-disaster-up-to-130-people-drown-off-libya\/\">so wie es beispielsweise im April 2021 geschehen ist, als 130 Menschen starben.<\/a>&nbsp;Dabei&nbsp;zeigt eine <a href=\"https:\/\/publications.iom.int\/books\/migration-west-and-north-africa-and-across-mediterranean-chapter-16\">Studie der IOM<\/a>, dass Seenotrettungseins\u00e4tze durch NGOs t\u00f6dliche&nbsp;\u00dcberfahrten auf dem Meer verringern, ohne dabei Migration zu f\u00f6rdern.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend im Artikel aus Einzelf\u00e4llen eine vermeintliche Systematik aufgebaut wird, schweigen die Autoren \u00fcber die systematische Kooperation zwischen der EU und den libyschen Milizen. Und auch \u00fcber die <a href=\"https:\/\/fromseatoprison.info\/\">systematische Kriminalisierung von Migrant:innen nach Ankunft in Europa<\/a> sowie \u00fcber weitere Folgen der Militarisierung und der Abschottung der EU-Aussengrenze verlieren sie kein Wort.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Die wahren Verbrechen<\/h2>\n\n\n\n<p>Der Artikel zeigt mit dem Finger auf zivile Seenotrettung um von den wahren Verbrecher:innen abzulenken: von der <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2021\/whatsapp-nach-libyen-wie-frontex-mit-einer-list-das-voelkerrecht-umgeht\/\">EU-Grenzschutzagentur Frontex, die die treibende Kraft hinter dieser Politik ist und in direktem Kontakt mit der libyschen K\u00fcstenwache steht<\/a>, von den italienischen Beh\u00f6rden, <a href=\"https:\/\/fromseatoprison.info\/\">die tausende Migrant:innen einsperren<\/a> und gleichzeitig <a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/world\/2019\/oct\/04\/human-trafficker-at-meeting-italy-libya-migration-abd-al-rahman-milad\">f\u00fchrende Menschenh\u00e4ndler an Konferenzen einladen<\/a> und von den EU-Mitgliedstaaten, die diese Entwicklung gemeinsam erm\u00f6glichen.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen diese t\u00f6dliche Politik wehren sich zivile Seenotrettungsorganisationen und mit ihnen unz\u00e4hlige Unterst\u00fctzer:innen verteilt in ganz Europa. Sie versuchen die L\u00fccken zu f\u00fcllen, die die EU-Migrationspolitik bewusst schafft. Das ist nicht nur angebracht, sondern in Zeiten, in denen sich das Sterbenlassen auf dem Mittelmeer normalisiert, eine unausweichliche Aufgabe einer organisierten Zivilgesellschaft.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Auch in der Schweiz organisieren sich Zivilgesellschaft und migrantisch-solidarischen Basisorganisationen und wehren sich mit dem NoFrontex Referendum gegen diese t\u00f6dliche Abschottungspolitik. Denn auch die Schweiz&nbsp;unterst\u00fctzt dieses menschenverachtende System aktiv, indem sie die Grenzschutzagentur Frontex personell und finanziell mit Millionenbetr\u00e4gen unterst\u00fctzt. Es gilt, f\u00fcr solidarische Perspektiven Platz zu schaffen, anstatt Artikel wie jener von&nbsp;Pelda und Al Madani zu ver\u00f6ffentlichen. In dem die Autoren&nbsp;Hilfsorganisationen&nbsp;als kriminelle Akteur:innen portraitieren, stellen Pelda und Al Madani sich in den Dienst der t\u00f6dlichen EU-Politik, ihrer Narrative und deren verheerenden Folgen.<\/p>\n<\/div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>NoFrontex-Referendumskomitee<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"inline_featured_image":false,"neve_meta_sidebar":"full-width","neve_meta_container":"full-width","neve_meta_enable_content_width":"","neve_meta_content_width":0,"neve_meta_title_alignment":"","neve_meta_author_avatar":"","neve_post_elements_order":"[\"content\",\"related-posts\"]","neve_meta_disable_header":"","neve_meta_disable_footer":"","neve_meta_disable_title":"","neve_meta_reading_time":"","_EventAllDay":false,"_EventTimezone":"","_EventStartDate":"","_EventEndDate":"","_EventStartDateUTC":"","_EventEndDateUTC":"","_EventShowMap":false,"_EventShowMapLink":false,"_EventURL":"","_EventCost":"","_EventCostDescription":"","_EventCurrencySymbol":"","_EventCurrencyCode":"","_EventCurrencyPosition":"","_EventDateTimeSeparator":"","_EventTimeRangeSeparator":"","_EventOrganizerID":[],"_EventVenueID":[],"_OrganizerEmail":"","_OrganizerPhone":"","_OrganizerWebsite":"","_VenueAddress":"","_VenueCity":"","_VenueCountry":"","_VenueProvince":"","_VenueState":"","_VenueZip":"","_VenuePhone":"","_VenueURL":"","_VenueStateProvince":"","_VenueLat":"","_VenueLng":"","_VenueShowMap":false,"_VenueShowMapLink":false,"footnotes":""},"categories":[31],"tags":[],"class_list":["post-3211","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kommentar"],"jetpack_sharing_enabled":true,"jetpack_featured_media_url":"","_links":{"self":[{"href":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3211","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/it\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/it\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/it\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3211"}],"version-history":[{"count":9,"href":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3211\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3223,"href":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/it\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3211\/revisions\/3223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/it\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3211"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/it\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3211"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/frontex-referendum.ch\/it\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3211"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}